Befreundet mit dem Genie

Wolfgang Amadeus Mozart
Musik - Literatur - Collage  
 
Klaus Maria Brandauer
Daniel Hope Ensemble


Violinist Daniel Hope (ECHO-Klassik Gewinner, deutscher Schallplattenpreis) und der Burgtheaterschauspieler Klaus Maria Brandauer ('Mephisto', 'Out of Africa') haben ihre Zusammenarbeit nach Projekten wie ’Böhmen liegt am Meer’ und ‚Dietrich Bonhöffer’ in letzter Zeit weiter intensiviert.

Um das Mozart-Jahr 2006 zu feiern, stellen Hope und Brandauer das Leben Mozarts aus der Sicht zweier seiner Freunde in Wort und Musik vor. Unter dem Motto, "Befreundet mit dem Genie" sind so zwei unterschiedliche Konzertabende entstanden.

 

"Befreundet mit dem Genie - 'Abbé' Bullinger und Mozart"

Josef Nepomuk 'Abbé' Bullinger (1744 - 1810), Hauslehrer beim Grafen Leopold Ferdinand, engstens mit der Mozart Familie befreundet, beschreibt Mozarts Abschied aus Salzburg. Dazu gehören Mozarts erste Reise ohne seinen Vater im Jahr 1777, seine berühmten Begegnungen mit seiner Cousine "Bäsle", die erste Krise zwischen Vater und Sohn, und schliesslich der Tod von Mozarts Mutter, worauf Mozart seinen vermutlich berühmtesten Brief an Bullinger schreibt. Bullinger kommentiert: "So ist er doch heimgekommen - als ein früh enttäuschtes Genie, vom Schicksal in vieler Hinsicht schwer zerzaust..."

 

"Befreundet mit dem Genie - Jacquin und Mozart"


Mozarts Geschichte wird von Gottfried von Jacquin (1767-1792), einem engen Freund und Schüler Mozarts, weitererzählt. Jacquin beschreibt seine erste Begegnungen mit Mozart, der regelmäßig im Hause seiner Eltern verkehrt und begleitet ihn bis zu dessen Tod. Wie vertraut das wechselseitige Verhältnis zwischen Mozart und Jacquin war, geht aus einem Brief hervor, den Mozart 1787 aus Prag an Jacquin schrieb. In diesem benennt er seinen Reisegenossen, mit dem recht zungenbrecherischen Spitznamen ‚Hinkiti Honky’. Das warmherzige Wesen Jacquins offenbart sich in seiner Eintragung in Mozarts Stammbuch: "Wahres Genie ohne Herz - ist Unding - denn nicht hoher Verstand allein, nicht Imagination allein; nicht beide zusammen machen Genie - Liebe! Liebe! Ist die Seele des Genies." In dieser Weise vereinigen sich letzten Endes Kunst und Naturwissenschaft zur Einheit der verfeinerten Kultur eines ebenso geistig regen wie eleganten Zeitalters.

 
Die beiden Konzerte können einzeln aufgeführt werden oder zusammenhängend an zwei Abenden oder auch an einem Tag (Nachmittag- und Abendkonzert).

Wie bei den anderen Projekten mit Klaus Maria Brandauer, übernimmt Daniel Hope die musikalische Leitung und präsentiert ein internationales Ensemble aus renommierten Musikern. Ausschnitte aus den schönsten Kammermusikwerken Mozarts werden zu hören sein, so sein Klarinettenquintett, einige Klaviertrios (u.a. die ‚Kegelstatt’), Streichquartette und Violinensonaten.

Das Mozart-Projekt steht im Zusammenhang mit einer Radioproduktion, die Klaus Maria Brandauer mit der ARD bereits eingespielt hat. Diese wird im 2006 im gesamten Deutschen Sprachraum ausgestrahlt: Ab Januar 06 wird Brandauer an jedem Tag im Jahr einen Mozartbrief lesen, was unserem Konzertprojekt eine grosse Aufmerksamkeit sichern wird.