Wer die leiseren Töne liebt, war beim Schubert-Abend mit Hannelore Elsner und Sebastian Knauer bestens aufgehoben. Um es mit einer Dame aus dem Publikum zu sagen; "Ach, war das schön!"
Die Elsner und Schuberts Träume - Respektvoll leise Töne im Rossini-Saal BAD KlSSINGEN - von Barbara Oschmann Das Konzept einer Lesung mit Texten von und über Franz Schubert im Wechsel mit seiner Musik ging vollends auf. Die Impromptus passten jeweils haargenau zum vorher Vorgetragenen, unterstrichen die Lesestücke auf geniale Weise musikalisch.
Intime Atmosphäre Mit ihrer Stimme zauberte Hannelore Elsner eine intime Atmosphäre in den Rossini-Saal. Durch ihre dezente und doch lebendige Modulation verhalf die Schauspielerin den Personen zu dichter Präsenz. Beeindruckend, wie aufrecht sie durchgehend am Lesetisch saß, wie sehr sie sich zugunsten von Text und Musik zugunsten von Franz Schubert zurücknahm. Diese Zurückhaltung gilt im übrigen für beide Künstler. Sebastian Knauer am Flügel stellte sich mit eindrucksvoller Innigkeit völlig in den Dienst der Musik, Seine Finger strichen so geschmeidig über die Tasten, als ließe er Perlen durch seine Hände gleiten. Scheinbar spielend servierte Knauer das atemberaubende Tempo, die virtuosen Fingersätze, die ganze Dynamik des Impromptu in Es-Dur. Gefühlvoll präsentierte er die schöne Melodie des Imprornptu in Ges-Dur, dessen letzten Akkord er geheimnisvoll verschwinden ließ.
In Schuberts Werken klingen die schlimmen Verhältnisse seiner Zeit an, seine eigene Traurigkeit und Verzweiflung. Diese Gemütslage hielt er selbst für "das Los beinahe jedes verständigen Menschen". Er komponierte das, was in ihm war und heraus musste; Traum und Trauer, Sehnsucht nach Liebe und Leben.
Werke ändern die Farbe So wendet sich die Lieblichkeit einer hübschen Melodie oft ins dunkle Moll. Doch lässt, Schubert seine Kompositionen meist nicht in dieser Dunkelheit stehen, sondern er lässt sie in versöhnlichem Dur enden. Mit seinen Werken, die immer wieder quasi Ihre Falbe verändern, läutete Franz Schubert eine neue Epoche ein: die Romantik. Deshalb konnte er auch die Fackel von Beethoven, dem Vollender der Klassik, nicht übernehmen, so sehr sich seine Jugendfreundin Therese das auch gewünscht hätte. Schließlich ist ihre Hoffnung aber doch in Erfüllung gegangen: "Es wird schon noch die Zeit kommen, wo es alle begreifen ..."
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