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«Pinocchio», ein Kompositions- auftrag vom Opernhaus Zürich an Tommy Fortmann, war ein enormer Erfolg (von den 30 Aufführungen waren 28 ausverkauft). Nach dieser aufwändigen und gigantischen Zürcher Version fanden sich der Berliner Regisseur Horst-J.Lonius und Tommy Fortmann zusammen, um den Text und die Partitur für ein kleineres Ensemble und eine einfachere Ausstattung neu zu erarbeiten. Diese Aufl age der äusseren Beschränkung entpuppte sich aber rasch als positive Energie für die schöpferische Kreativität und so entstand ein äusserst fantasievolles und spielerisches Werk. Das Stück steht in der europäischen Tradition des Musiktheaters und weniger in der des amerikanischen Musicals: Die Musik wirkt direkt, originell, ungeschliffen wie eine toskanische Banda und klingt trotz moderner Struktur und Musiksprache stets wie ein Gassenhauer und Ohrwurm. Die Handlung erzählt nicht einfach die Geschichte von Pinocchio, sondern entsteht unmittelbar auf der Bühne durch den Autoren Carlo Collodi. Auf der Bühne wird nicht einfach „Pinocchio“ nacherzählt – vielmehr ist die Entstehungsgeschichte Teil der Handlung: In einem hässlichen Karnevalsmorgen in Florenz fällt Carlo Collodi ein, dass er an diesem Tag noch eine tüchtige Schuld zu begleichen hat. Er begibt sich ins «Elvetico», seinem Lieblingscafé und beginnt mit einem Schreiben an seinen Verleger..... Nach und nach transformiert sich in seiner Fantasie die Bar samt Gäste in verschiedene Szenarien, welche wir heute als die Geschichte «Pinocchio» kennen: Die Kellnerin wird zur Fee, aus dem Mafi oso und seiner Geliebten werden Fuchs und Katze, die Bar verwandelt sich in einen Walfi sch oder wird zur Kutsche. Collodi indes wird allmählich selbst zu der von ihm erdachten Holzpuppe und steht plötzlich mitten in seiner eigenen Erzählung. Ohne es zu wissen, beschreibt Collodi mit seinem «Pinocchio» die Geschichte der Menschwerdung; eine Geschichte der Weltliteratur. 
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Letzte Aktualisierung ( 01.10.2010 )
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