Diverse Projekte

Klaus Maria Brandauer



"Ilias" (in Projektentwicklung)

Homer besingt in rund 15'500 Hexameterversen 51 Tage des 9. Kriegsjahres zwischen den Griechen und den Troern.




„Hamlet“ (in Projektentwicklung)

Für Sprecher und Perkussionist

in Zusammenarbeit mit Hans-Kristian Kjos Sørensen


 



„Paul Gauguin“ (in Projektentwicklung)

Für Sprecher und Perkussionist

in Zusammenarbeit mit Hans-Kristian Kjos Sørensen


 



"Ein Atheist von Gottes Gnaden"


MUSIK:
Maurischen und andalusische Klängen auf der Gitarre

TEXT:
Aus den Erinnerungen von Luis Buñuel

BESETZUNG
Klaus Maria Brandauer, Rezitation


Eine Passage durch das Werk von Luis Buñuel: „Die Welt wird immer absurder. Nur ich bin weiter Katholik und Atheist. Gott sei Dank!“, sagte der spanische Filmregisseur Luis Buñuel einmal, und: „Natürlich wünschte ich, dass Gott existierte, damit ich ihm ins Gesicht spucken kann.” Buñuel ist ein Meister des surrealistischen Witzes, ein begnadeter Lügner, Fallensteller und Lästerer. Denn wie sonst, denn als Lüge, Falle und Lästerei soll man zum Beispiel seine Charakterisierung Catherine Deneuves verstehen, mit der er unter anderem „Belle de Jour” drehte: „Catherine Deneuve ist nicht unbedingt mein Frauentyp, aber mit nur einem Bein und geschminkt finde ich sie sehr attraktiv.” Die Schraube der Wahrheit wird bei Buñuel immer noch einen Tick weitergedreht. Erst ins Groteske überdreht, springt einen Erkenntnis an – mit vergnügter Morbidität.


Kölner Stadt-Anzeiger am 29. April 2005 : "Da saß auf einmal tatsächlich Buñuel auf der Bühne, der seiner Angst vor der Apokalypse und der Leere weise mit absurdem Schabernack entgegentrat. Der Gitarrist…nahm die Zuhörer immer wieder mit auf eine gedankenverlorene Reise. Die Töne schwebten im Raum wie glänzender Blütenstaub über der flirrenden andalusischen Landschaft. Musik und Lektüre verschmolzen regelrecht, als Brandauer und Plessner Blickkontakt aufnahmen, sich anlächelten."


Kölnische Rundschau am 29. April 2005 : "Brandauer lässt keine Distanz zu den Weltanschauungen des Spaniers aufkommen, vielmehr wird er zu dessen Sprachrohr, verschmilzt mit dem Regisseur, lebt den alten Spanier. Dann ist es die brütende Hitze des Mittags oder die Kühle eines schattigen Olivenhains, Saragossa, wo Buñuel seine Kindheit verbrachte.
Der Konzertgitarrist Lucian Plessner lässt die Bilder mit maurischen Klängen vor dem inneren Auge entstehen."




"Die Jungen Rebellen"


Klaus Maria Brandauer liest Sándor Márai "Die Jungen Rebellen"
mit Cello-Begleitung


Entstanden 1929, schildert der autobiographisch geprägte Roman die Gefühlswirren einer Clique von vier jungen Freunden, deren Väter an der Front sind. Die melancholische Stimmung einer k.u.k.-Stadt in einer Zeit des Umbruchs durchzieht das Buch.

Àbel, der Sohn des Arztes, liegt auf dem Bett, mit gelockertem Kragen und angespannten Muskeln; er fühlt sich, als habe er Fieber. Aus der Küche hört er das leise Singen des Dienstmädchens, das gerade bügelt. Sein verschleierter Blick schweift aus dem Fenster - und nimmt vage die Silhouette der engen, kopfsteingepflasterten Gassen wahr. Der Geruch nach Tabak und Likör, noch vom Kartenspiel zuvor mit den Freunden, vermischt mit dem schwachen, pudrigen Veilchenduft aus dem Nebenzimmer, verursacht ihm Übelkeit. Doch dann rafft er sich auf - denn Béla, Tibor und die anderen warten bereits am geheimen Treffpunkt, draußen, im verlassenen Landgasthof.

Während ihre Väter an der Front sind, entdecken vier Heranwachsende ihre Unabhängigkeit. Sich selbst und den Dämonen ihrer inneren Revolte ausgeliefert, erfinden sie geheimnisvolle Spiele, die es ihnen erlauben, der Autorität ihrer Familien zu entkommen. Erregung und Erwartung, gegenseitiges Misstrauen und Eifersucht, Fatalismus und Resignation - da sind die Gefühle, von denen sich die vier jungen Männer in die Welt der Erwachsenen treiben lassen.