Faust – ein gefesselter Prometheus     


Eine Auseinandersetzung mit diesem Themenkreis
durch Klaus Maria Brandauer
Daniel Hope spielt dazu Werke von der Goethezeit bis heute

 

Eine der auslösenden antiken Schöpfungen zur Faustdichtung Johann Wolfgang von Goethes war sicher die Prometheus-Dichtung: über einen Heroen, der den Mut hatte, den Göttern Entscheidendes abzutrotzen.

Goethe fand dann einen Zauberer aus dem späten Mittelalter namens Johann Georg Sabellicus Faust. Diesen schuf er zum neuen Typus des Wissenschaftlers um. Wie Prometheus den Göttern das Feuer, so trotzt mit dem Mut zur Weisheit Erkenntnisdrang dem Glauben das Wissen ab. Es ist der unbequemere Weg. Darum meint Fausts magiekundiger Mit- und Gegenspieler Mephistopheles im Prolog der Tragödie zur allmächtigen Gestalt des „Herrn“ über den Menschen:

„Ein wenig besser würd’ er leben,
Hätt’st du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben;
Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein,
Nur tierischer als jedes Tier zu sein.“

Betrachtungen zur Entwicklung des Menschen weiten sich seitdem in alle Himmelsrichtungen.